Gebäudereinigung in Berlin und Brandenburg
Gestapelte Umzugskartons in einer leeren Wohnung

Berlin nach der Wahl 2026: Was sich für Vermieter ändern könnte

Aktuelles22.10.20265 Min. Lesezeit

Am 20. September 2026 hat Berlin ein neues Abgeordnetenhaus gewählt. Seitdem fragen sich viele Eigentümer, Vermieter und Hausverwaltungen, was das für ihre Objekte bedeutet. Wohnungspolitik war eines der zentralen Themen im Wahlkampf, und die Parteien, die jetzt über eine Regierung sprechen, haben dazu konkrete Vorhaben genannt. Dieser Beitrag fasst den Stand vom 22. Oktober 2026 zusammen: das Ergebnis, den Verlauf der Regierungsbildung und die Pläne zum Wohnen, ohne Wertung und mit Quellen.

Das Ergebnis der Abgeordnetenhauswahl

Nach dem endgültigen amtlichen Ergebnis, das der Landeswahlausschuss am 12. Oktober 2026 festgestellt hat, wurde Die Linke mit 25,7 Prozent der Zweitstimmen erstmals stärkste Kraft in Berlin. Bei der Wahl 2023 hatte sie 12,2 Prozent erreicht. Die Wahlbeteiligung lag bei 74,2 Prozent. Gewählt wurden am selben Tag auch die Bezirksverordnetenversammlungen der zwölf Bezirke, und laut Bundeszentrale für politische Bildung durften bei der Abgeordnetenhauswahl erstmals auch 16- und 17-Jährige abstimmen.

Die übrigen Ergebnisse im Überblick, die Sitzzahlen beziehen sich auf das neue Abgeordnetenhaus mit 153 Sitzen (Die Linke: 45 Sitze):

  • CDU: 18,8 Prozent, 33 Sitze (2023: 28,2 Prozent)
  • AfD: 16,3 Prozent, 29 Sitze (2023: 9,1 Prozent)
  • Grüne: 14,3 Prozent, 25 Sitze (2023: 18,4 Prozent)
  • SPD: 12,1 Prozent, 21 Sitze, nach Angaben der bpb ihr schlechtestes Ergebnis bei einer Berliner Abgeordnetenhauswahl (2023: 18,4 Prozent)
  • BSW mit 4,7 Prozent und FDP mit 2,5 Prozent scheiterten an der Fünf-Prozent-Hürde

Stand der Regierungsbildung

Die bisherige Koalition aus CDU und SPD hat ihre Mehrheit verloren. Alle im Abgeordnetenhaus vertretenen Parteien hatten eine Regierungsbildung mit der AfD ausgeschlossen. Am 17. Oktober 2026 haben Linke, Grüne und SPD ihre Sondierungsgespräche abgeschlossen und ein gemeinsames Papier vorgestellt. Dieses Bündnis hätte nach der amtlichen Sitzverteilung 91 der 153 Sitze und damit 14 mehr als für die absolute Mehrheit von 77 Sitzen nötig. Rechnerisch möglich wäre auch eine Koalition aus CDU, Grünen und SPD mit 79 Sitzen, also zwei über der absoluten Mehrheit.

Am 19. Oktober stimmten der Landesvorstand der Berliner SPD (laut Berliner Zeitung mit 26 zu 3 Stimmen) und ein kleiner Parteitag der Grünen jeweils mit breiter Mehrheit für Koalitionsverhandlungen. Die Linke entscheidet wegen der Herbstferien erst auf einem Parteitag am 31. Oktober. Stimmt sie zu, könnten die Verhandlungen Anfang November beginnen. Mit der Linken-Spitzenkandidatin Elif Eralp könnte dann erstmals eine Politikerin der Linken Regierende Bürgermeisterin werden. Ein Koalitionsvertrag liegt also noch nicht vor. Alles Folgende sind Vorhaben aus dem Sondierungspapier, keine beschlossenen Gesetze.

Kurz gesagt

  1. Die Linke wurde am 20. September 2026 mit 25,7 Prozent stärkste Kraft, vor CDU, AfD, Grünen und SPD.
  2. Linke, Grüne und SPD haben sondiert. Die Linke entscheidet am 31. Oktober über Koalitionsverhandlungen.
  3. Geplant sind unter anderem die Vergesellschaftung bei Unternehmen ab 10.000 Wohnungen in Berlin und ein Mietendeckel für die landeseigenen Wohnungsunternehmen.
  4. Das Mietenkataster ist bereits beschlossen und bringt eine Eintragungspflicht für Vermieter.

Was im Sondierungspapier zum Wohnen steht

Das 30 Seiten lange Papier mit dem Titel „Mehr gemeinsam, mehr Berlin“ haben die Berliner Grünen veröffentlicht. Zum Wohnungsmarkt enthält es unter anderem diese Punkte:

  • Vergesellschaftung nach Artikel 15 Grundgesetz bei privaten Unternehmen ab 10.000 Wohnungen in Berlin, mit einem Selbstbehalt von 10.000 Wohnungen. Eine Enteignung nach Artikel 14 Grundgesetz wird im Papier ausgeschlossen. Betroffen wären nach Angaben von Elif Eralp fünf Konzerne mit rund 160.000 Wohnungen.
  • Ausgenommen werden Genossenschaften, gemeinwohlorientierte Akteure und Wohnungen, die nach dem 1. Januar 2021 errichtet worden sind oder errichtet werden.
  • Ein Gesetz dazu soll Mitte 2028 dem Abgeordnetenhaus vorgelegt werden. Die Überführung der Bestände soll erst ein Jahr nach Verkündung des Gesetzes in Kraft treten. Die Entschädigung wird bei 16 Milliarden Euro gedeckelt, unter der Maßgabe, dass die Finanzierung für das Land tragfähig bleibt.
  • Für die landeseigenen Wohnungsunternehmen ist ein Mietendeckel vorgesehen, der Mietsteigerungen auf höchstens zwei Prozent pro Jahr begrenzt.
  • Ein Neubauprogramm mit 100.000 Baugenehmigungen von 2026 bis 2031, eine neue Mietenaufsicht ab 2027 sowie eine Schwerpunktabteilung bei der Staatsanwaltschaft gegen Mietwucher.

Die Positionen der Parteien

Die Linke will mit der Vergesellschaftung erreichen, dass die Mieten nicht weiter steigen. Eralp sagte dazu laut ZDF: „Unser Ziel ist, dass durch die Vergesellschaftung die Mieten nicht weiter steigen.“ SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach hatte Enteignungen im Wahlkampf abgelehnt. Er erklärte laut ZDF, er bleibe bei seiner Position, als Demokrat müsse man aber Kompromisse eingehen. Laut dpa spricht er von einem vertretbaren Kompromiss. Die Grünen hatten wie die Linke zugesagt, den Volksentscheid von 2021 umzusetzen. Grünen-Fraktionschef Werner Graf wertete das Sondierungspapier laut Berliner Zeitung als gute Grundlage für die Verhandlungen.

Die CDU lehnt das Vorhaben ab. Ihr Landesvorsitzender Stefan Evers nannte das Sondierungspapier laut ZDF eine „Kapitulationserklärung von SPD und Grünen“. Auch aus der Bundespolitik kommt Kritik: Bundeskanzler Friedrich Merz warnt laut dpa vor einer linken Regierenden Bürgermeisterin in der Hauptstadt, Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche sieht laut ZDF eine Gefahr für den Standort. Der Wohnungskonzern Vonovia hält die Pläne nach eigener Auskunft gegenüber Tagesspiegel und dpa für verfassungswidrig.

Was das für Vermieter, WEG und Hausverwaltungen bedeutet

Für private Vermieter mit wenigen Wohnungen und für Wohnungseigentümergemeinschaften gilt nach dem bisherigen Stand: Die geplante Vergesellschaftung zielt auf Unternehmen mit mehr als 10.000 Wohnungen in Berlin. Kleinere Bestände sind nach dem Sondierungspapier nicht erfasst. Die angekündigte Mietenaufsicht soll laut Sondierungspapier ab 2027 in der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung aufgebaut werden, Mietpreisüberhöhungen nach § 5 Wirtschaftsstrafgesetz verfolgen und das Mietenkataster ab 2028 nutzbar machen. Wie das im Einzelnen geregelt wird, steht noch nicht fest. Hier lohnt es sich, den Koalitionsvertrag abzuwarten.

Unabhängig von der neuen Regierung hat das Abgeordnetenhaus auf Grundlage eines Änderungsantrags der damaligen Koalitionsfraktionen von CDU und SPD bereits am 2. Juli 2026 ein Mietenkataster beschlossen. Laut Haufe soll die Datenbank innerhalb eines Jahres aufgebaut werden. Danach haben Vermieter und Verwaltungen zwölf Monate Zeit, bis die Eintragungspflicht gilt. Verstöße können mit Bußgeldern belegt werden. Hausverwaltungen sollten das in ihre Planung aufnehmen.

Dieser Beitrag gibt den Stand vom 22. Oktober 2026 wieder und ist keine Rechtsberatung. Für konkrete Fragen zu Ihren Objekten wenden Sie sich bitte an Ihren Verband, eine Fachanwältin oder einen Fachanwalt.

Fazit

Noch ist in Berlin keine neue Regierung im Amt, und kein Vorhaben aus dem Sondierungspapier ist beschlossen. Für die meisten privaten Vermieter und WEG ändert sich kurzfristig wenig, mittelfristig lohnt der Blick auf Mietenaufsicht und Mietenkataster. Gleich bleibt, was Eigentümer und Verwaltungen im Alltag ohnehin brauchen: gepflegte Häuser und eine nachvollziehbare Dokumentation. SevenClean betreut Objekte in Berlin und Brandenburg mit festem Team, Leistungsverzeichnis und Fotoprotokoll aus der eigenen Protokoll-App.

Quellen

  1. Landeswahlausschuss hat endgültiges Ergebnis der Wahl zum 20. Abgeordnetenhaus von Berlin festgestellt, Pressemitteilung Landeswahlamt Berlin, 12.10.2026
  2. Gegenüberstellung vorläufiges und endgültiges Ergebnis der Zweitstimmen, Landeswahlamt Berlin, 12.10.2026
  3. Wahl zum Abgeordnetenhaus Berlin 2026: Die Linke wird erstmals stärkste Kraft, Bundeszentrale für politische Bildung, 22.09.2026
  4. Mehr gemeinsam, mehr Berlin. Sondierungsergebnis der Landesverbände Berlin von Linken, Grünen und SPD vom 17. Oktober 2026, veröffentlicht von Bündnis 90/Die Grünen Berlin
  5. Berliner Grüne und SPD geben grünes Licht für Koalitionsverhandlungen mit der Linken, Berliner Zeitung, Oktober 2026
  6. Berlin: Linke, Grüne und SPD stellen Sondierungspapier vor, ZDFheute (ZDF, AFP, dpa), 17.10.2026
  7. Berliner SPD und Grüne für Koalitionsverhandlungen mit Linken, ZDFheute, 19.10.2026
  8. Regierungsbildung: Das plant Rot-Grün-Rot für Berlin, Stuttgarter Zeitung (dpa), Oktober 2026
  9. Regierungsbildung: Rot-Grün-Rot in Berlin rückt näher, Kritik der CDU, Tagesspiegel (dpa), Oktober 2026
  10. Wohnungspläne von Rot-Grün-Rot: Vonovia hält Vergesellschaftung weiter für verfassungswidrig, Tagesspiegel, Oktober 2026
  11. Berlin bekommt als erstes Bundesland ein Mietenkataster, Haufe Immobilien, 2026

Stand: 22.10.2026. Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechtsberatung.

Gut zu wissen

Häufige Fragen

Wann wurde in Berlin gewählt?

Die Wahl zum Abgeordnetenhaus und zu den Bezirksverordnetenversammlungen fand am 20. September 2026 statt.

Gibt es schon eine neue Landesregierung?

Nein. Linke, Grüne und SPD haben sondiert, SPD und Grüne haben Koalitionsverhandlungen zugestimmt. Die Linke entscheidet auf einem Parteitag am 31. Oktober 2026.

Sind kleine Vermieter von der geplanten Vergesellschaftung betroffen?

Nach dem Sondierungspapier soll sie nur für private Unternehmen ab 10.000 Wohnungen in Berlin gelten. Genossenschaften und Neubauten ab 2021 sollen ausgenommen sein.

Was ist das Mietenkataster?

Eine Datenbank für Mietwohnungen, die das Abgeordnetenhaus am 2. Juli 2026 beschlossen hat. Sie ist nicht öffentlich, Behörden können die Daten aber nutzen.

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